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- Installationsgeschichten // installationstories

[HOWTO] Gentoo Linux auf einem Acer Aspire 1400LC
Last updated by citizen428@cargal.org on Tuesday, 23/03/2004 - 20:25

0. Einleitung

Seit September 2002 bin ich stolzer Besitzer eines Acer Aspire 1400LC. Erfreulicherweise macht dieses Notebook auch im Zusammenspiel mit GNU/Linux eine sehr gute Figur. Und gerade für diesen Einsatzzweck eignet sich meiner Meinung nach eine flexible Distribution wie mein persönlicher Favorit Gentoo Linux hervorragend.

1. Hardwareausstattung

Prozessor: Intel Pentium 4 1700 MHz
Hauptspeicher: 256 MB SDRAM PC133
Festplatte: IBM Travelstar 40GN (19.078)
Laufwerke: Kombilaufwerk Teac DW-28E (DVD/CD-R/-RW: 8fach)
Grafikchip: ATI Radeon Mobility (16 MB DDR-SDRAM)
Soundsystem: Audiochip Crystal AC97-Codec, 2 Lautsprecher, Mikrofon- und Kopfhöreranschluss
Kommunikation: V.90-Modem, 10/100-Mbps-Netzkarte
Display: 15-Zoll-TFT, 1024 x 768 Bildpunkte, 16,8 Farben
Schnittstellen: 2 PC-Card Typ II (Cardbus), 1 parallel, 1 VGA, 1 TV-out (S-Video), 3 USB; 1 RJ11, 1 RJ45

2. Basisinstallation

Die Installation von Gentoo Linux erfolgte unter Zuhilfenahme der sehr guten Installationsanleitung.

Als Installationsmedium kam dabei allerdings eine Knoppix-CD zum Einsatz, dies vor allem da zum Zeitpunkt der Installation (September 2002) die Gentoo-eigene Live-CD nicht wirklich gut auf den Einsatz mit DSL (mittlerweile bin ich Chello-User) vorbereitet war. Nebenbei ist es nett während dieses durchaus langwierigen Prozederes den Rechner zumindest in einem halbwegs benutzbaren Zustand zu haben. ;-)

3. Grafik - ATI Radeon Mobility M6 LY

Zuerst wollen wir überprüfen um welche Grafikkarte es sich handelt, auch wenn wir es eigentlich schon wissen. Doch sicher ist sicher:

# lspci|grep VGA
0000:01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc Radeon Mobility M6 LY

Die Einrichtung dieser Grafikkarte sollte eigentlich kein größeres Problem darstellen, auch DRI ist möglich!

Dazu muß beim Kompilieren des Kernels agpgart aktiviert, DRI allerdings deaktiviert werden. Danach installiert man das Paket "xfree-drm" (Homepage), die gewünschte(n) Grafikkarte(n) wird dabei über die Variable VIDEO_CARDS angegeben:

# VIDEO_CARDS="radeon" emerge xfree-drm

Tipp: Damit zukünftig automatisch die Unterstützung für die richtige(n) Karte(n) übersetzt wird, kann man die Datei /etc/make.conf um den Eintrag VIDEO_CARDS="radeon" erweitern!

Danach muß man in der /etc/X11/XF86Config lediglich noch dafür sorgen daß das Modul "dri" im Abschnitt "Modules" geladen wird, und der Treiber der Grafikkarte in der Section "Device" auf den Wert "radeon" gesetzt ist.

Danach muß noch eine Section "DRI" erstellt werden, diese sieht folgendermaßen aus:

Section "DRI"
Mode 0666
EndSection

Tipp: Ein weiterer Vorteil den Knoppix als Installationsmedium bietet, ist die hervorragende Hardwareerkennung. Dadurch wurde es mir möglich diverse Konfigurationsdateien (wie z.B. auch die XF86Config) in die chroot-Umgebung zu kopieren.

Nach dem Neustart des XServers kann man sich mittels glxinfo vergewissern ob man bei der Einrichtung der Grafikkarte erfolgreich war:

# glxinfo|grep rendering
disabling TCL support
direct rendering: Yes

Wer sich von den neu gewonnenen 3d-Fähigkeiten seiner Grafikkarte auf unterhaltsamere Art überzeugen will, sollte einen Blick auf Tuxracer werfen, ist dieses ohne funktionierendes DRI eigentlich unspielbar.

2. Sound (Alsa)

Analog zur Grafikkarte wollen wir zuerst sicherstellen um welches Modell es sich handelt:

# lspci|grep audio
0000:00:1f.5 Multimedia audio controller: Intel Corp. 82801BA/BAM AC'97 Audio (rev 05)

Natürlich wäre für diesen Soundchip ALSA nicht zwingend nötig, da ich es aber OSS vorziehe und es in Linux 2.6 zum Standard wurde, ist es eine naheliegende Wahl. Da ich allerdings immer noch glücklicher Benutzer von Linux 2.4 bin (2.4.26-pre3 um genau zu sein), werde ich vorerst nur auf diese Kernelversion eingehen.

Um sicherzugehen daß auch alle Programme mit Unterstützung für dieses Soundsystem kompiliert werden sollte "alsa" in die Useflags aufgenommen werden, aus Kompalitätsgründen würde ich auch dazu raten "oss" dort einzutragen.

Tipp: Wer sich im Umgang mit den Useflags im speziellen, oder der /etc/make.conf im Allgemeinen nicht so sicher fühlt, dem möchte ich an dieser Stelle ufed ans Herz legen:

# apropos ufed
ufed (8) - Gentoo Linux USE flags editor


Bei der Kernelkonfiguration sollte darauf geachtet werden die Option "Sound Card Support" als Modul zu übersetzen, dieses (soundcore.o) wird später von ALSA geladen. Alle anderen Soundtreiber müssen abgewählt werden!

Danach ist es an der Zeit das Paket "alsa-driver" zu installieren. Um zu verhindern daß alle Treiber kompiliert werden, kann man die richtige Karte vor dem emerge-Befehl als Environment-Variable angeben:

# ALSA_CARDS='intel8x0' emerge alsa-driver

Tipp: Um zukünftig nicht mehr darauf achten zu müssen, kann man die Zeile ALSA_CARDS="intel8x0" in die /etc/make.conf eintragen!

Nun kann man auch gleich "alsa-oss" installieren, um auch Programmen die noch nicht mit ALSA umgehen können, Töne zu entlocken.

Jetzt geht es an die Konfiguration der Datei /etc/modules.d/alsa. Dabei sind folgende Einträge nötig:

## ALSA portion
alias snd-card-0 snd-intel8x0

## OSS/Free portion
alias sound-slot-0 snd-card-0

alias /dev/mixer snd-mixer-oss
alias /dev/dsp snd-pcm-oss
alias /dev/midi snd-seq-oss

# Set this to the correct number of cards.
options snd cards_limit=1

Mit dem Befehl "modules-update" werden diese Einträge in die /etc/modules.conf übernommen, diese Datei sollte nie selbst installiert werden!

Geschafft, nach einem Aufruf von "/etc/init.d/alsasound start" sollte ALSA lauffähig sein, mit dem Befehl "lsmod" kann man sich davon überzeugen daß die gewünschten Module auch wirklich geladen wurden. Sound wird man trotzdem noch keinen hören, denn die einzelnen Kanäle sind standardmässig auf lautlos gestellt. Dies lässt sich allerdings einfach mit dem Programm "amixer" aus den "alsa-utils" beheben:

# amixer set Master 100 unmute
# amixer set PCM 100 unmute

3. WLAN

Da ich mich für die Verwendung von PCMCIA-CS entschieden habe, muß man sichergehen den PCMCIA-Support im Kernel zu deaktivieren (unter General Setup - PCMCIA/CardBus support). Ratsam dagegen ist es die Unterstützung für Wireless Lan (Network device support - Wireless Lan (non-hamradio)) und Hotplug (General setup - Support for hotpluggable Devices) zu aktivieren. Dadurch kann die Karte auch im Laufenden Betrieb in das System eingesetzt werden.

Vor der Installation von pcmcia-cs sollte man sich unbedingt vergewisser daß der Symlink /usr/src/linux auf die Quellen des aktuell verwendeten Kernels zeigt. Danach muß pcmcia-cs installiert und in den Bootrunlevel verlinkt werden:

# emerge pcmcia-cs
# rc-update add pcmcia boot

Jetzt müssen in der /etc/modules.autoload die Module i82365 (für die PCMCIA-Bridge) und ds (drive service) eingetragen werden. Dazu einfach den Namen jedes Moduls in eine eigene Zeile schreiben.

Jetzt müssen in der /etc/conf.d/net natürlich noch die richtigen Einstellungen vorgenommen werden. Da ich über einen WLAN-Router verfüge sind diese bei mir denkbar einfach:

iface_eth1="dhcp"

Tipp: Da das Notebook auch über eine "normale" Netzwerkkarte verfügt, habe ich mir einfach deren Initskript unter neuem Namen (net.eth1) kopiert, und verwende dieses für meine WLAN-Karte, so kann ich für die normale Nick (eth0) andere Einstellungen verwenden.

Nach einem Reboot sollte die Karte auch schon funktionstüchtig sein! Um mit der Karte auch wirklich Spaß zu haben empfehle ich noch die Wireless-Tools und Hotplug zu installieren.

# emerge wireless-tools hotplug

---

Sollte es noch fragen zu Gentoo Linux auf diesem Notebook geben, bitte ich darum diese als Komemntar posten, ich werde versuchen das HOWTO dementsprechend zu ergänzen.


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