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 Aus für RED HAT LINUX! 
Submitted by woifi@cargal.org on Tuesday, September 23, 2003 - 19:12   Linux
Das Projekt Fedora ist das von Red Hat angekündigte Vorhaben, die Weiterentwicklung der Distribution der Gemeinschaft zu überlassen.

Nachdem Red Hat schon vor einigen Wochen angekündigt hatte, die bisherige Distribution »Red Hat Linux« in ein Community-basiertes »Red Hat Linux Project« zu überführen und sich unter Umständen aus dem Boxengeschäft zurückzuziehen, wurde es zunächst sehr still um dieses Unterfangen. Mit der damaligen Ankündigung wurde auch eine neue Website (http://rhl.redhat.com) vorgestellt, die das Projekt näher erläuterte, doch dann wurde diese bald wieder entfernt und durch eine weniger schmucke Ankündigung ersetzt, dass das Konzept noch weiter überarbeitet werden müsse.

Nun liegt das Ergebnis vor. Red Hat Linux gibt es nicht mehr. Es wird ersetzt durch »Fedora Linux, sponsored by Red Hat«. Red Hat selbst konzentriert sich ausschließlich auf die Unternehmens-Produkte. Fedora Linux ist eine (mehr oder weniger) eigenständige Distribution, die ausschließlich Community-basiert arbeitet, quasi ein rotes Debian. Das Fedora-Projekt war bisher, ähnlich wie freshrpm.net, ein Unterfangen, zusätzliche Pakete speziell für Red Hat Linux bereitzustellen, die von Red Hat selbst aus Lizenz- oder Supportgründen nicht in die Distribution aufgenommen wurden.

Wie Fedora Linux genau aussehen wird, ist noch nicht so ganz klar. Verschiedene Red Hat-Mitarbeiter betonen auf der Mailingliste, daß Fedora für Red Hat ein Projekt von vielen ist, an dem Red Hat mitarbeitet, etwa dem Kernel, GNOME usw. Anderseits ist offensichtlich ebenso klar, dass »Fedora Core« im wesentlichen »Red Hat Core« ist, also auf der Red Hat-Distributions-Infrastruktur beruht. Kernel und ähnliche zentrale Komponenten werden praktisch aus dem heutigen Rawhide bestehen - und entsprechend von Red Hat-Mitarbeitern entwickelt und gepflegt werden.

Ziel von Fedora ist es, schnellere Release- und Feature-Updatezyklen zu ermöglichen, quasi eine Art Testumgebung und Steinbruch, aus deren stabilen Elementen Red Hat dann sein Enterprise Linux zusammenbaut.

Der Umbau ist radikal. Die bisherigen Mailinglisten rhl-beta-list@redhat.com und rhl-list@redhat.com wurden in fedora-test-list@redhat.com und fedora-list@redhat.com umbenannt. Die bisherige Website rhl.redhat.com wurde in fedora.redhat.com umbenannt. Der bisherige Red Hat Beta Test Severn ist nun Fedora Test Severn.

Mit diesem Schritt von Red Hat wird der Linux-Distributionsmarkt wieder spannend. Die sich seit geraumer Zeit andeutende Kommerzialisierung macht einen Riesenschritt voran. Red Hat als kommerzielle Distribution für den SOHO-Bereich und auch mittlere Firmen gibt es nicht mehr. Das bedeutet für diese Zielgruppe insbesondere: Es gibt für sie keinen Hersteller- bzw. Distributorsupport mehr. Sie müssen sich entweder auf die wesentlich teurere Enterprise-Version einlassen oder wie beim Debian Projekt auf lokale Dienstleister, deren Einfluß auf die Distribution selbst aber bestenfalls sehr klein ist.

SuSE bedient diesen Markt zwar bisher noch, aber eher halbherzig. Der erste Versuch, das Geschäft in Richtung Enterprise durch ein zweites Standbein auszuweiten, ist mehr oder weniger gescheitert. United Linux spielt heute praktisch keine Rolle mehr. Stattdessen hat SuSE mehrfach betont, sich auf den Server zu konzentrieren. Die Distribution ist in der Tat für den SOHO-Bereich schnell nicht mehr sehr attraktiv, da zwischen den offiziellen Releases praktisch keine Feature-Updates mehr herausgegeben werden (wie es früher mit KDE u.a. durchaus gemacht wurde). Nutzt man Linux auf dem Desktop, ist bei der gegenwärtigen Entwicklungsgeschwindigkeit ein Update auf neuere Releases für die tägliche Arbeit attraktiv. Es gibt bei SuSE aber keine Einrichtung wie Rawhide bei Red Hat oder Cooker bei Mandrake.

Möglicherweise eröffnet sich so eine Chance für Mandrake, nämlich eine Linux-Distribution für den SOHO-Bereich und für kleine und mittlere Unternehmen, die sich einen Hersteller-Support wünschen, herauszugeben. Interessant wird es wieder allemal.

http://www.pro-linux.de/news/2003/5988.html
 
 

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