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Grado oder was von der Bar überblieb |
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Submitted by Lotussteve on Thursday, September 18, 2003 - 20:14
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Personal
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Alle Geschichten die man hörte sind wahr, ein Betriebsausflug ist wirklich der ultimative Test an das eigene (An_der_Bar-)Stehvermögen :) !
Aber fangen wir ganz von vorne an:
Nach einer nicht gerade unstressigen Woche mit Frühdienst war Treffpunkt um 6:45 am Parkplatz meiner Firma, ich kam zum Glück rechtzeitig, wenn auch (natürlich) übermüdet....aber das sollte sich ja das ganze Wochenende über halten :) !
Bis wir alle Leute beinander hatten (einer kam sogar binnen 10 Minuten vom anderen Ende der Stadt weil er verschlafen hatte) dauerte es zwar, dann starteten wir aber, begleitet von Regenschauern. Unser Reisefahrzeug war ein Einzelstück, ein von Meister Hundertwasser entworfenes Gefährt, sprich komplett ohne Ecken (zumindest visuell) und jeder Sitz war anders in der Grösse.
Dieser erste Teil der Reise war noch ruhig, entspannt, manche Kollegen fanden sich im Fond, wo ein grosser Tisch war, zu einem "Mulatschag"-Spiel ein (schreibt man das so?).
Ich konzentrierte mich ab ungefähr dem Tauerntunnel mehr auf die Landschaft, da ich manche Ecken der Strecke noch nicht (von der Autobahn aus) gesehen hatte. Unser erster Halt war in Spittal an der Drau, wo wir ein reichhaltiges Frühstück geniessen konnten, einzig überschattet, so berichteten mir meine Kollegen, von einem Kaffee der Aussehen und Konsistenz eines Tees hatte.....
Danach kamen wir an Villach vorbei, und via Thörl Maglern fuhren wir in das noch immer sehr verwüstete Kanaltal, wo wir dem Katastrophentourismus vom Bus aus frönten....
Erste offizielle Programmstation der Reise war dann Venzone, einer der Orte der 1976 von dem Erdbeben (das damals die Stärke 10 (!!!) hatte) am schlimmsten betroffen war, aber sehr gut wiederaufgebaut worden war, besonders beeindruckend bei den alten Bauten wie der Kirche.
Nach kurzem Rundgang (den Zeitverlust von in der Früh holten wir nie mehr auf :( ) enterten wir wieder unsere Busse (die immer wieder für Aufsehen sorgen sollten) und nahmen Ziel auf unsere Mittagessensstation, das wundervolle Lokal "Da Rochet" in der Nähe von Tricesimo.
Dort wurden wir bis 17 Uhr mit einem gewöhnungsbedürftigen Salat, einem tollen Risotto, Faraona (Perlhuhn) und einer tollen Eistorte verwöhnt, dazu gab es, wie eigentlich die ganze Reise, guten Rot- und Weisswein.
Da wir aber eben so im Verzug waren mussten wir auf den geplanten Rundgang durch Udine verzichten, was für mich sehr schade war, da meine Familie dort Wurzeln hatte...egal.
Unser letztes Ziel des Tages war also Grado, wo wir im 4* Hotel Astoria fast direkt am Meer (ein Betonklotz im Weg :( ) wohnten. Wir checkten schnell ein, schmissen unser Gepäck ins Zimmer und machten uns auf einen Rundgang durch das z.T. sehr liebliche Grado. Danach musste ich einfach eine Dusch vor dem Essen nehmen.
Das Abendessen kam dann leider für viele zu früh nach dem späten Mittagessen, war aber genial mit einem riesigen Vorspeisenbuffet, zwei Fischspeisen und einer guten Nachspeise. Wein gab es wieder reichlich dazu, das hinderte uns aber nicht daran ein kleines Weinlokal, das sich gleich ums Eck des Hotels befand mit der halben Firma zu entern und im Stehen Spass zu haben, u.a. mit dem interessanten Drink "Spritz" (bestehend aus Likör in der Art Campari, Prosecco und Mineralwasser). Nach einigen Eskapaden auch am Strand (ich sage nur Überklettern eines hohen,spitzen Zauns durch Kollegin und Entwendung einer RiesenGummiEnte ;) ) kam ich so gegen 5 Uhr ins Bett, aufzustehen war aber leider schon um 7:30.....und mann hatte ich Sodbrennen von dem Spritz....
Der zweite Tag stand im Zeichen der ehemals grossen Hafenstadt Triest, wo wir standesgemäss mit einem Schiff hinüberfuhren (wobei wir uns die Lagune von Grado und das Schloss Miramar am Weg gut ansehen konnten). Nach dieser Nacht mit einem Schiff zu fahren war zwar gewagt, es schafften aber alle ohne über der Reling zu hängen anzukommen.
Doch bevor wir von Bord kamen konnten wir noch eine detaillierte Hafenrundfahrt mit Erklärungen geniessen, ein interessantes Fleckerl, auch heute noch.
Dieser Eindruck verstärkte sich noch als wir mit dem Bus rauf zur Kirche und der Burg St. Giustone fuhren, wo wir eine SEHR kompetente Reiseführerin hatten (die vom Alter her den Kaier noch gekannt haben könnte, aber perfekt vortrug). Nach einem Abstieg auf den Hauptplatz der Stadt fuhren wir zuerst mal in den Vorort um ein gutes Mittagessen (Venusmuscheln und gratinierter Fisch) zu uns zu nehmen, danach hatte man die Wahl ob man schon heim oder noch durch Triest wandern wollte. Ich entschied mich für letzteres und spazierte mit Kollegen Franz durch diese sehr zwiespältige Stadt, da Gebäude hier scheints alt/neu und schön/verfallen sind, aber nix dazwischen.....das allererste Illycafe sahen wir auch, und eine sehr geniale serbischorthodoxe Kirche, reich an Gold.
Das Abendessen im Hotel kam einem diesmal etwas kleiner vor, auch wenn es die selbe Menge wie den Tag zuvor war, nur hatten wir einfach früher zu mittag gegessen. Es war, wie sollte es anders sein, vorzüglich. Daß ich mit so ziemlich allen Kollegen wieder bei dem Vini Perigiati ums Eck hängenblieb (der jetzt sicher wegen Reichtum geschlossen hat) brauch ich nicht extra zu erwähnen oder? Richtig schlimm wurde es aber erst, als Bettina meinte daß Corona ein "Frauenbier" ist und sich langsam alle, wie sie und gleich mal auch ich, für Caipirinha entschieden. Ich sage nur soviel: 5 Uhr früh, X Caipirinha, Rotwein am Strand, lustig. Mehr geht nicht durch den Datenschutz ;) .
Völlig zerstört kam ich am nächsten Tag zu mir, zum Glück war diesmal erst um 10:00 Uhr Aufbruch, es war also genug Zeit für ein gutes Frühstück und die letzte Dusche. Checkout ging auch ohne Probleme, aber mit leichtem Wehmut über die Bühne.
Als erster Punkt dieses dritten und letzten Tages stand die uralte Stadt Aquilea am Programm, die mit einem Binnenhafen und einer tollen Basilika samt sehr hohem Turm (KEUCH) sehr interessant war, aber das Highlight der Reise sollte erst kommen. Was uns so harmlos als Mittagessen samt Weinverkostung angekündigt worden war fand im unglaublichen Castello de Spessa statt und übertraf alle Erwartungen. Ein Weinkeller zum Niederknien, toller Wein aus selbigem, ein Grappa um 60 € das Fläschchen und ein Buffet wie ich es noch nie sah, noch nie schlug ich meine Zähne in so tollen Beinschinken. Die umliegenden 60 ha gehörten auch dazu, davon 30 als Lustwandelgarten, wo sich fast Schloss Mirabell in Salzburg verstecken kann.
Schwer konnten wir uns von dort lösen, und doch musste es sein....der lange, nur durch einen weiteren Stopp in Spittal unterbrochene Heimweg lauerte. Dort hatten wir im Bus viel Spass, ich sah aus einem guten Winkel die Ruine Landskron bei Villach, aber sonst gab es nicht viel zu berichten.
Gegen 21:30 kamen wir, erschöpft aber glücklich, wieder an, verabschiedeten uns und verstreuten uns in alle Winde.....ein wirklich gelungener, toller Ausflug!
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