Eine Einführung in LaTeX
Version: 0.2
Autorin: artemisia Ergänzungen und Betreuung:citizen428

Inhalt:

1. Einführung
2. Wissenschaftliche Abhandlungen
3. Mathematische Formeln
4. Links

1. Einführung

Da ich am Anfang auch relativ konsterniert vor LaTeX stand, dachte ich mir, ich könnte LaTeX-Einsteigern vielleicht ein wenig helfen.

Erstmal zur Aussprache: TeX wird "tech" gesprochen, LaTeX spricht man ergo "leitech" aus. LaTeX ist eine Seitenbeschreibungssprache, mit der Texte in hervorragender Qualität gesetzt werden können, also ein sogenanntes Schriftsetzungsprogramm. Der Nachteil besteht darin, daß der User während des Schreibens nicht sieht, wie der Text ausgedruckt erscheint, also kein WYSIWIG ("What You See Is What You Get") wie bei StarOffice oder MS Word. Dafür erhält man ein Schriftbild, wie von einem professionellen Schriftsetzer entworfen. Ähnlich wie HTML arbeitet TeX mit Tags.

Beispiel: DIN-Brief
Den folgenden Text in einem Editor als "brief.tex" eingeben:

%Dokumentenklasse für DIN-Briefe auf A4
\documentclass[a4paper]{dinbrief}
% Schriftart, Eingabelayout der Tastatur
\usepackage[latin1]{inputenc}
% Aktive Sprache Deutsch
\usepackage{german}
% Absender in kleiner Schriftgröße:
\Absender{\small Artemisias Absinthum, Linuxallee 2.4, 3000 Hannover \\}
% automatisches Anhängen einer Signatur:
\signature{Artemisias Absinthum}
% die Betreffzeile:
\Betreff{LaTeX Einführung}
%Beginn des Dokumentes
\begin{document}
%Anschrift
\begin{letter}{An \\
Max Mustermann\\
Musterstraße 1\\
2688 Musterhausen\\ \\
GERMANY}
%Anrede
\opening{Sehr geehrter Herr Mustermann,}
%hier steht der eigentliche Brief
dies ist ein Beispielsbrief:\\
für schwerbeschäftigte Systemadminstratoren und Redakteure-1\\
für schwerbeschäftigte Systemadminstratoren und Redakteure-2\\
für schwerbeschäftigte Systemadminstratoren und Redakteure-3\\
für schwerbeschäftigte Systemadminstratoren und Redakteure-4\\
für schwerbeschäftigte Systemadminstratoren und Redakteure-5\\
%hier steht die Grussformel
\closing{Mit freundlichen Grüßen}
\end{letter}
\end{document}

Hier endet das Dokument. Die "%"-Zeichen stehen am Anfang von Kommentaren. Was hinter den "\"-Zeichen steht, sind Formatanweisungen, diese bitte nicht ändern. Das Andere kann man anpassen. Man erhält dann einen Brief mit Fenster und Faltmarken, gemäß den DIN-Normen.

Text mit einem beliebigen Editor eingeben und als "brief.tex" abspeichern. Falls LaTeX bereits installiert ist, kann man Folgendes in einem Terminal eingeben:

mit latex brief.tex die Übersetzung starten,
mit xdvi brief.dvi das Ergebnis betrachten, und
mit dvips -f brief | lpr den Brief über den lokalen Drucker ausgeben.

Man erkennt, daß drei Dateiformate bei LaTeX eine Rolle spielen: das ".tex"-Format als Quelltext, das ".dvi"-Format für den formatierten Text und das ".ps"-Format für den Drucker.

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2. Wissenschaftliche Abhandlungen

Hier eine Vorlage für eine wissenschaftliche Arbeit. Diese Datei muß zweimal mit LaTeX übersetzt werden, damit das Inhaltsverzeichnis korrekt eingebunden wird.

-------------BEGIN OF FILE ------------

\documentclass[bibtotocnumbered, headsepline,normalheadings]{scrreprt}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage{german}
\usepackage{scrpage}
\usepackage{alltt}
\pagestyle{headings}
\begin{document}
\title{Hier steht der Titel deiner Arbeit }
\author{Autor Eins\and Autor Zwei}
\date{\today}
\maketitle
\thanks{Hier kannst du dich bei allen bedanken, die zu deiner Arbeit viel, wenig oder gar nix beigetragen haben, also Professoren, Doktoren, Kommilitonen, Freunde, Schwester, Bruder und so weiter.}
\abstract{Hier steht eine Zusammenfassung deiner Arbeit. Diese Zusammenfassungen werden in jüngster Zeit eher an den Anfang gestellt (aus dem englischsprachigen Ländern entlehnt).}
\tableofcontents
\chapter{Vorwort}
Hier steht das Vorwort, warum, wieso und überhaupt schreibst du gerade diese Arbeit??? Hattest Du nichts besseres zu tun?
\chapter{Einleitung}
Einleitung des Themas, damit der unkundige Leser nicht fragt:\\
Worum geht es hier?\\
Wo bin ich eigentlich?
\chapter{Methodik}
In naturwissenschaftlichen Arbeiten werden die Methoden erklärt, die du angewendet hast. Also Handauszählung, Flächenmessung durch Abschreiten, Großmutter gefragt, Horoskop aus der Fernsehzeitung genutzt usw. Hier darfst Du auch vorsichtig anklingen lassen, das es noch bessere Methoden gibt, die Du Dir aber nicht leisten kannst, weil Dein Institut den letzten Heller gerade für das Kunstwerk am Eingang ausgegeben hat.
\chapter{Historisches}
Vor langen langen Jahren....
\chapter{Kapitel Eins}
\section{Abschnitt Eins}
\subsection{Unterabschnitt Eins}
Du siehts, die Numerierung wird automatisch erledigt. Ein weiterer Vorteil von \LaTeX mit dieser und anderer Dokumentenklassen besteht darin, das Nummerierungen, Seitenzahlen und Inhaltssverzeichnis automatisch eingerichtet werden.
\subsection{Unterabschnitt Zwei}
Hier Beispiele für Literaturverweise \cite{lh}. Im übrigen ein wirklich gutes Buch für \LaTeX. Für Linux empfehle ich
\cite{mw} und \cite{nut}.
\chapter{Kapitel Zwei}
\section{Abschnitt Eins}
\subsection{Unterabschnitt Eins}
\chapter{Diskussion}
Hier kannst Du über Deine Ergebnisse nach Herzenslust spekulieren und andere loben oder als Spinner abtun. Die Hauptsache, Du verfügst über genügend Literaturverweise um Deine Thesen zu untermaueren, egal wie abstrus sie auch sind.
\begin{thebibliography}
\\
\bibitem{lh} Helmut Kopka (1996): \textsl{\LaTeX \vspace{0.1cm} Einführung Band1}, 2.Auflage Addison-Wesley, München
\bibitem{mw} Ellen Siever, Stephen Spainhour, Stephen Figgins \& Jessica. P.Hekman (2001): \textsl{Linux in a Nutshell}, 3.Auflage O'Reilly Cambridge
\bibitem{nut} Matt Welsh, Matthias Kalle Dahlheimer und Lar Kaufman (2001): \textsl{Linux, Wegweiser zur Installation \& Konfiguration}, 3.Auflage O'Reilly Cambridge
\end{thebibliography}
\end{document}

----------------END OF FILE----------

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3. Mathematische Formeln

wie versprochen, einige beispiele mathematischer formeln in LaTeX. im prinzip ist die syntax relativ einfach aufgebaut. will man/frau eine formel in LaTeX eingeben, muß eine entsprechende umgebung gewählt werden. es gibt mehrere, die bekanntesten sind math und displaymath. displaymath setzt die formel ab und zentriert sie. math baut die formel mehr in den text ein. eingeleitet wird eine solche umgebung durch \begin also zb \begin{displaymath} und durch \end beendet, also in meinem beispiel durch \begin{displaymath}.am beispiel eines bruchs läßt sich zeigen, wie sich eine formel aufbaut:

\frac{1}{2}

würde 1/2 mit bruchstrich darstellen. die anderen konstruktionselemente lassen sich besser an konkreten formel darstellen. daher hier einige bekannte formel aus naturwissenschaft und statistik.

----------------------schnipp-----------------------------

section{Formeln in \LaTeX}
\vspace{1cm}
Formel für das arithmetische Mittel einer Stichprobe:
\begin{displaymath}
\bar{x} = \frac{1}{n} \sum_{i=1}^{n} x_i
\end{displaymath}
Formel für die Varianz einer Stichprobe:
\begin{displaymath}
s^2 = \frac{1}{n-1} \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})
\end{displaymath}
Formel für die Standardabweichung:
\begin{displaymath}
s = \sqrt{s^2} = \sqrt{\frac{1}{n-1} \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})^2}
\end{displaymath}
oder:
\begin{displaymath}
= \sqrt{\frac{ \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x})^2}{n-1}}
\end{displaymath}
Geometrisches Mittel:
\begin{displaymath}
G = \sqrt[n]{ \prod^n_{i=1} x_i}
\end{displaymath}
Binomialkoeffizient:
\begin{displaymath}
{n \choose k} = \frac{ n! }{ k! (n-k) !}
\end{displaymath}
zeitunabhängige dreidimensionale Schrödingergleichung:
\begin{displaymath}
\frac{\partial^2 \psi}{\partial x ^2} + \frac{\partial^2 \psi}{\partial y ^2} + \frac{\partial^2 \psi}{\partial z ^2} = - \frac{2m}{\hbar^2}(E -U)\psi.
\end{displaymath}
Faradaysches Induktionsgesetz:
\begin{displaymath}
\oint \bf{E} \cdot ds = -\int \frac{\partial \mathcal{B}}{\partial t} \cdot \bf{A}
\end{displaymath}

------------------schnipp-------------------------------

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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4. Links

DANTE: Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.

TUG: TeX Users Group

Anfängerlehrgang, Fortgeschrittenenlehrgang (beide im PDF-Format)

CTAN: Comprehensive TeX Archive Network, hier sollte möglichst alles frei Verfügbare um, für und über TeX zu finden sein (auch über ftp erreichbar).

Lyx: WYSIWYM-Editor ("What You See Is What You Mean"), der auf LaTeX aufsetzt.

Fernuni Hagen: In der Rubrik "Text & Grafik" gibt es zwei LaTex-Anleitungen als pdf-Dateien zum Download.

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